Medikamente statt gesunder Lebensweise?

Lebensstilveränderungen müssen bei Bluthochdruck erste Wahl sein!

Fiona Godlee, die Chefredakteurin von The BMJ (ehemals British Medical Journal), einer der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften, stellt angesichts der neuen US-Guidelines die weit verbreitete Blutdruck-Medikation in Frage: Eine Massenmedikation der Bevölkerung kann nicht die Maßnahme sein, wo Lebensstilveränderungen viel mehr bewirken können!

 

Neue US-Blutdruck-Richtlinien

Das American College of Cardiology (ACC) und die American Heart Association (AHH) gaben 2017 neue, strengere Richtlinien für die Einstufung und Behandlung von Bluthochdruck heraus (s. Tabelle 1). Ziel ist die frühere Intervention zur effektiveren Bekämpfung von Bluthochdruck (Whelton et al., 2018). Weiterlesen

Viel Trinken kann Leben retten

Wasser halbiert Risiko für tödliche Herzerkrankungen

Ergebnisse der Adventist Health Study mit über 20.000 Teilnehmern zeigen, dass reichliches Trinken Leben retten kann: Männer, die fünf oder mehr Gläser (à 240 ml) Wasser am Tag tranken, hatten ein um 54 % reduziertes Risiko, eine tödlich verlaufende koronare Herzkrankheit zu entwickeln im Vergleich zu Männern, die lediglich zwei oder weniger Gläser Wasser am Tag tranken. Bei Frauen reduzierte eine hohe Wasserzufuhr das Risiko um 41 % (Chan et al., 2002).

Die Studienleiter stellen fest, dass die Viskosität des Blutes, der Hämatokrit und der Fibrinogenwert durch Dehydrierung (Wassermangel) erhöht werden können und unabhängige Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen sind (Chan et al., 2002). Daher ist die lebensrettende Wirkung von Wasser nicht erstaunlich.

Andere Getränke hatten allerdings den gegenteiligen Effekt! Weiterlesen

Omega-3-Fettsäuren für bessere Hirnleistung bei Jung und Alt

Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren lindert ADHS-Symptome

Ein Omega-3-Fettsäure-Mangel spielt womöglich eine bedeutende Rolle beim Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS). Eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren könnte eine kostengünstige und nebenwirkungsarme Alternative zu ADHS-Medikamenten sein (Chang et al., 2018).

Omega-3-Fettsäuren können die Symptome und die kognitive Leistung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS verbessern. Dies ergab eine Metaanalyse, die 7 Studien mit insgesamt 534 Teilnehmern auswertete. Eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren verbesserte den Eltern zufolge die Aufmerksamkeit und verringerte die Hyperaktivitäts-Symptome der ADHS-Betroffenen. Zudem steigerte sich die kognitive Leistung. Die Untersuchung ergab außerdem, Weiterlesen

Anti-Zucker-Hype lässt die größeren Gefahren durch Salz vergessen

Die durch übermäßigen Zuckerverzehr verursachten Gesundheitsgefahren kursieren momentan in allen Medien. Zucker verursacht Übergewicht und Fettleibigkeit sowie zahlreiche andere Erkrankungen, wie z.B. Karies, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kritisiert werden vor allem die versteckten Zucker, die die Industrie auch herzhaften Produkten zusetzt, sowie die verstärkte Werbung mit Kindern als Zielgruppe. Dass all dies ein Problem darstellt, daran besteht kein Zweifel. Dass der übermäßige Verzehr von Salz jedoch eine noch viel größere Gesundheitsgefahr mit sich bringt, wird durch diesen Anti-Zucker-Hype von vielen leider übersehen.

Salz ist jedes Jahr verantwortlich für weltweit 1,65 Millionen Herz-Kreislauf-Todesfälle

Natrium nehmen wir überwiegend in Form von Natriumchlorid zu uns, also als Kochsalz. In einer großen Studie untersuchten Forscher der Elite-Universität Harvard den Einfluss des weltweiten Natriumverzehrs auf die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Prostatakrebs, Ernährung und Lebensstil – neue Erkenntnisse

Fettreiche Ernährung fördert metastasierenden Prostatakrebs – vegane Ernährung schützt

Das Gen PTEN spielt eine wichtige Rolle bei Prostatakrebs. Es hemmt das Wachstum von Tumoren und wirkt somit schützend. Die Abwesenheit von PTEN in Kombination mit dem Fehlen von PML, einem anderen krebshemmenden Gen, steht in Verbindung mit einem vermehrten Auftreten von metastasierenden Tumoren. Die Ursache-Wirkungs-Beziehung konnte bei einer Studie an Mäusen mit langsam wachsendem, nicht-metastasierendem Prostatakrebs festgestellt werden, denen das PTEN-Gen fehlte. Die Abschaltung des PML-Gens reichte aus, um eine Metastasierung auszulösen. Auch eine westliche fettreiche Ernährung stimulierte die Metastasenbildung bei Mäusen, denen PTEN fehlte (Chen et al., 2018). Patienten mit hohem Risiko für metastasierenden Krebs könnten insbesondere von einer fettarmen Ernährung profitieren. Weiterlesen

DGE optimiert Referenzwerte für Kalium, Natrium und Chlorid

Natriumarme und kaliumreiche Ernährung kann Leben retten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Anfang diesen Jahres die Referenzwerte für die Zufuhr von Kalium, Natrium und Chlorid aktualisiert. Sie nähert sich damit den Empfehlungen der international maßgeblichen Institutionen WHO (Weltgesundheitsorganisation) und FNB (Food and Nutrition Board der USA) an. Das wurde höchste Zeit, da Bluthochdruck inzwischen – noch vor dem Rauchen – weltweit der wichtigste Risikofaktor für vorzeitigen Tod und schwere Behinderung ist. Zentrale Ursache von Bluthochdruck ist – neben Übergewicht – die heute weltweit übliche salzreiche, kaliumarme Ernährungsweise. Damit kann eine salzarme, kaliumreiche Ernährung Millionen von Menschenleben retten und ist eine der wichtigsten und wissenschaftlich am besten belegten gesundheitlichen Empfehlungen überhaupt.

Umso bemerkenswerter ist es, dass diese wohl wichtigste Nährwertanpassung, die die DGE je vornahm, keine Schlagzeilen in der Presse machte. Weiterlesen

Vitamin D – besonders wichtig für die ältere Generation

Vitamin D senkt das Risiko für akute Atemwegsinfekte um bis zu 70 Prozent

Akute Atemwegsinfektionen waren im Jahr 2013 weltweit für knapp drei Millionen Todesfälle verantwortlich. Vor allem ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko an einer Lungenentzündung zu erkranken, insbesondere bei einem stationären Krankenhausaufenthalt oder wenn sie in einem Altenheim wohnen.

Vitamin D unterstützt den Körper bei der Bildung antimikrobieller Proteine, wenn dieser von Viren oder Bakterien angegriffen wird. Auf diese Weise kann ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel vor den gefährlichen Atemwegsinfekten schützen. Einer aktuellen Übersichtsstudie zufolge senkt die Supplementierung von Vitamin D das Risiko für akute Atemwegsinfekte um durchschnittlich 12 Prozent. Besonders vorteilhaft wirkte sich dabei – im Vergleich zur einmaligen, hohen Vitamin-D-Gabe (Bolus) – die tägliche oder wöchentliche Gabe von Vitamin D aus. Weiterlesen

PURE Study – Fakt oder Fiktion?

Die PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology) hat in 18 Ländern auf 5 Kontinenten den Einfluss von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß in der Ernährung auf das Krankheits- und Sterblichkeitsrisiko von Menschen untersucht (Dehghan et al., 2017). Teilnehmer dieser Studie waren 135.335 Probanden im Alter zwischen 35 und 70 Jahren. Bereits bei der Auswahl der Studienteilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 50 und Maximalalter von 70 Jahren drängt sich die Frage auf: Kann man überhaupt sinnvolle Ergebnisse auf eine krankheitsbezogene Sterblichkeit erhalten?

Die Studie wurde in folgenden Ländern durchgeführt: Simbabwe, Bangladesch, Indien und Pakistan (Länder mit einem geringen durchschnittlichen Einkommen), außerdem Südafrika, Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Chile, Polen, China, Malaysia, Iran, Türkei und Palästina (Länder mit einem mittleren durchschnittlichen Einkommen) sowie Kanada, Schweden und die Vereinigten Arabischen Emirate (Länder mit hohem Durchschnittseinkommen).

Die PURE-Studie hat es geschafft, weltweit in der Regenbogenpresse für Schlagzeilen zu sorgen. Die Darstellung und präsentierten Schlussfolgerungen haben dabei wenig mit dem tatsächlichen Studienergebnis zu tun. Es ist aber nichts Neues, dass wissenschaftliche Studien zur Rechtfertigung wirtschaftlicher Interessen dienen oder einfach nur eigene Ernährungsvorlieben rationalisieren sollen. In diesem Artikel geht um „facts, no fiction“: Weiterlesen

Jakobsweg – Gedanken am Ende der Welt – Pilgerreise nach Innen

Dr. med. Ludwig Manfred Jacob

Jetzt marschieren wir auf einer alternativen einsamen Route zum Ende der Welt: Finisterre.
Welch wunderbare Landschaft, türkisfarbenes Wasser, die Weite des Ozeans, Sandstrände und die typische Atlantikflora umgeben uns. Die Natur lässt uns die Gegenwart des Göttlichen spüren. Ich erinnere mich an Goethes pantheistischen Gedichte.

Es geht steil nach oben und dann offenbart sich uns der Blick auf den Leuchtturm von Finisterre.
Und wieder diese stille Freude und Stimme im Herzen. Eine ruhige Stimme im Herzen, die zuweilen den Weg weist. Weiterlesen

Wir treffen Gandhi in Santiago!

Dr. med. Ludwig Manfred Jacob

Endlich in Santiago. Mit stechend-deutschem Schritt marschiere ich entschlossen Richtung Kathedrale. Meine Frau ruft mir hechelnd hinterher: „Die echte Pilgerreise geht nach Innen.“

Das trifft ins Herz. Ich werde besinnlicher und versuche mich auf das eigentliche Ziel dieser Reise zu besinnen.

Kurz vor der Kathedrale treffen wir auf Gandhi! Dass der auch hierher gepilgert ist?! Man sieht ihm schon an, dass er sehr lange unterwegs war: ganz blass und steif ist er. „Buen Camino, Gandhi!“, grüße ich ihn und werfe ein paar Euros in seinen Beutel.

Er spricht mich doch tatsächlich auf Deutsch an und gibt mir einen ganz kleinen Zettel, den ich jetzt immer bei mir trage. Dort steht geschrieben:

„Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Das nenne ich göttlichen Humor und verstehe dankend die Botschaft.