DGE optimiert Referenzwerte für Kalium, Natrium und Chlorid

Natriumarme und kaliumreiche Ernährung kann Leben retten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Anfang diesen Jahres die Referenzwerte für die Zufuhr von Kalium, Natrium und Chlorid aktualisiert. Sie nähert sich damit den Empfehlungen der international maßgeblichen Institutionen WHO (Weltgesundheitsorganisation) und FNB (Food and Nutrition Board der USA) an. Das wurde höchste Zeit, da Bluthochdruck inzwischen – noch vor dem Rauchen – weltweit der wichtigste Risikofaktor für vorzeitigen Tod und schwere Behinderung ist. Zentrale Ursache von Bluthochdruck ist – neben Übergewicht – die heute weltweit übliche salzreiche, kaliumarme Ernährungsweise. Damit kann eine salzarme, kaliumreiche Ernährung Millionen von Menschenleben retten und ist eine der wichtigsten und wissenschaftlich am besten belegten gesundheitlichen Empfehlungen überhaupt.

Umso bemerkenswerter ist es, dass diese wohl wichtigste Nährwertanpassung, die die DGE je vornahm, keine Schlagzeilen in der Presse machte. Weiterlesen

Vitamin D – besonders wichtig für die ältere Generation

Vitamin D senkt das Risiko für akute Atemwegsinfekte um bis zu 70 Prozent

Akute Atemwegsinfektionen waren im Jahr 2013 weltweit für knapp drei Millionen Todesfälle verantwortlich. Vor allem ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko an einer Lungenentzündung zu erkranken, insbesondere bei einem stationären Krankenhausaufenthalt oder wenn sie in einem Altenheim wohnen.

Vitamin D unterstützt den Körper bei der Bildung antimikrobieller Proteine, wenn dieser von Viren oder Bakterien angegriffen wird. Auf diese Weise kann ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel vor den gefährlichen Atemwegsinfekten schützen. Einer aktuellen Übersichtsstudie zufolge senkt die Supplementierung von Vitamin D das Risiko für akute Atemwegsinfekte um durchschnittlich 12 Prozent. Besonders vorteilhaft wirkte sich dabei – im Vergleich zur einmaligen, hohen Vitamin-D-Gabe (Bolus) – die tägliche oder wöchentliche Gabe von Vitamin D aus. Weiterlesen

PURE Study – Fakt oder Fiktion?

Die PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology) hat in 18 Ländern auf 5 Kontinenten den Einfluss von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß in der Ernährung auf das Krankheits- und Sterblichkeitsrisiko von Menschen untersucht (Dehghan et al., 2017). Teilnehmer dieser Studie waren 135.335 Probanden im Alter zwischen 35 und 70 Jahren. Bereits bei der Auswahl der Studienteilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 50 und Maximalalter von 70 Jahren drängt sich die Frage auf: Kann man überhaupt sinnvolle Ergebnisse auf eine krankheitsbezogene Sterblichkeit erhalten?

Die Studie wurde in folgenden Ländern durchgeführt: Simbabwe, Bangladesch, Indien und Pakistan (Länder mit einem geringen durchschnittlichen Einkommen), außerdem Südafrika, Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Chile, Polen, China, Malaysia, Iran, Türkei und Palästina (Länder mit einem mittleren durchschnittlichen Einkommen) sowie Kanada, Schweden und die Vereinigten Arabischen Emirate (Länder mit hohem Durchschnittseinkommen).

Die PURE-Studie hat es geschafft, weltweit in der Regenbogenpresse für Schlagzeilen zu sorgen. Die Darstellung und präsentierten Schlussfolgerungen haben dabei wenig mit dem tatsächlichen Studienergebnis zu tun. Es ist aber nichts Neues, dass wissenschaftliche Studien zur Rechtfertigung wirtschaftlicher Interessen dienen oder einfach nur eigene Ernährungsvorlieben rationalisieren sollen. In diesem Artikel geht um „facts, no fiction“: Weiterlesen

Jakobsweg – Gedanken am Ende der Welt – Pilgerreise nach Innen

Dr. med. Ludwig Manfred Jacob

Jetzt marschieren wir auf einer alternativen einsamen Route zum Ende der Welt: Finisterre.
Welch wunderbare Landschaft, türkisfarbenes Wasser, die Weite des Ozeans, Sandstrände und die typische Atlantikflora umgeben uns. Die Natur lässt uns die Gegenwart des Göttlichen spüren. Ich erinnere mich an Goethes pantheistischen Gedichte.

Es geht steil nach oben und dann offenbart sich uns der Blick auf den Leuchtturm von Finisterre.
Und wieder diese stille Freude und Stimme im Herzen. Eine ruhige Stimme im Herzen, die zuweilen den Weg weist. Weiterlesen

Wir treffen Gandhi in Santiago!

Dr. med. Ludwig Manfred Jacob

Endlich in Santiago. Mit stechend-deutschem Schritt marschiere ich entschlossen Richtung Kathedrale. Meine Frau ruft mir hechelnd hinterher: „Die echte Pilgerreise geht nach Innen.“

Das trifft ins Herz. Ich werde besinnlicher und versuche mich auf das eigentliche Ziel dieser Reise zu besinnen.

Kurz vor der Kathedrale treffen wir auf Gandhi! Dass der auch hierher gepilgert ist?! Man sieht ihm schon an, dass er sehr lange unterwegs war: ganz blass und steif ist er. „Buen Camino, Gandhi!“, grüße ich ihn und werfe ein paar Euros in seinen Beutel.

Er spricht mich doch tatsächlich auf Deutsch an und gibt mir einen ganz kleinen Zettel, den ich jetzt immer bei mir trage. Dort steht geschrieben:

„Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Das nenne ich göttlichen Humor und verstehe dankend die Botschaft.

Über das Glauben – Gedanken auf dem Jakobsweg

Dr. med. Ludwig Manfred Jacob

 

 

Der gute Geist auf dem Jakobsweg und in der Kathedrale von Santiago steckt an, und das seit über tausend Jahren. Unter den Pilgern war auch der heilige Franziskus, den ich sehr schätze. Auf dem Camino (= Camino Francés, dieser Weg ist die Hauptroute aller Jakobswege) wird viel gelaufen, gebetet, gesungen, umarmt, gelacht und auch gelitten, vor allem leiden die Füße und der Schlaf kommt oft zu kurz.
Ganz unterschiedliche Motive treiben die Pilger dabei an. Manchmal geht es um die Suche nach Gott, dem Wunsch nach Kraft und Vergebung, Ballast zurückzulassen, die Schönheit des Weges zu genießen, aber auch Entschleunigung und Vereinfachung des Seins oder die Suche nach sich selbst, sind starke Motive.

Santiago de Compostela ist der zweitgrößte Pilgerort der katholischen Kirche. In meinem Leben habe ich schon einige Pilgerorte diverser Religionen besucht und überall hört man ziemlich „unglaubliche“ Geschichten. Weiterlesen

Vortrag von Dr. Jacob auf dem Plant Based Symposium

Das Plant Based Symposium ist eine kostenlose Videoreihe zum Thema der pflanzlichen Ernährung, die erstmals nationale und internationale Ernährungsmediziner, Ernährungswissenschaftler und weitere Fachkräfte zusammenführt. Die führenden Experten der pflanzenbetonten Ernährung liefern wissenschaftliche Fakten und neue Erkenntnisse zum Thema. Das gesammelte Wissen soll dabei helfen, ein tiefgreifendes Verständnis für die positive Wirkung einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung in der Prävention und Therapie von chronisch-degenerativen Erkrankungen zu schaffen.

Das erste Videos des Symposiums mit Dr. med. L.M. Jacob wurde bereits freigeschaltet, das zweite Video mit Dr. Jacob erscheint heute Abend um 19 Uhr. Die weiteren Videos folgen danach alle zwei Tage zur gleichen Uhrzeit.

» Hier geht’s zum ersten Video mit Dr. Jacob

» Hier geht’s zu allen Videos des Symposiums

Krebserregende Viren in Rindfleisch und Milch

Fast 20 % aller Krebserkrankungen können mit infektiösen Stoffen wie Viren in Verbindung gebracht werden. Derzeit existieren sieben Viren, die sicher mit menschlichem Krebs in Zusammenhang stehen. Und da ständig neue Viren in der Nahrungskette entdeckt werden, wird die Häufigkeit viraler Krebserkrankungen zukünftig vermutlich steigen.

Bereits vor hundert Jahren wurde ein krebsverursachendes Hühnervirus entdeckt, wofür der Nobelpreis verliehen wurde. Ein weiterer krebsauslösender Virus ist das Humane Papilloma-Virus (HPV), das Gebärmutterhalskrebs verursacht. Der Entdecker des HPV, der deutsche Nobelpreisträger zur Hausen, vermutete bereits, dass ein Rinder-Virus existiert, ein multiples Tumorvirus, das bei menschlichem Darm-, Lungen und Brustkrebs eine Rolle spielen könnte.

Epidemiologische Studien belegen schon lange, dass der Verzehr von Rindfleisch mit einem stark erhöhten Risiko für kolorektalen Krebs einhergeht. Eine Hypothese, dies zu erklären, ist ein karzinogener infektiöser Stoff im Fleisch. Eine Virusfamilie, von der bekannt ist, dass sie karzinogen wirkt, sind die weit verbreiteten Polyomaviren (Peretti et al., 2015). Polyomaviren sind besonders bedenklich, weil sie auch hohe Temperaturen, z.B. beim Kochen, überleben können. Weiterlesen

Wie Übersäuerung und Salz unsere Zellbatterien lahmlegen

Jede Körperzelle benötigt zur Aufrechterhaltung aller Zellabläufe und zur Durchführung ihrer spezifischen Aufgaben große Mengen chemisch gebundener Energie. Diese erhält sie in Form von Nährstoffen aus unserer Nahrung. Die Nährstoffe werden gemeinsam mit Sauerstoff aus der Atmung in den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, in ATP umgewandelt, das die chemische Energie bündelt und speichert.

Neben der chemisch gebundenen Energie benötigt die Zelle jedoch auch elektrische Energie. Jede unserer Körperzellen ist daher aufgebaut wie eine kleine Batterie oder – noch präziser – wie ein Mini-Akku: Im Inneren ist die Zelle negativ geladen, außen dagegen positiv und immer wieder aufladbar. Weiterlesen

Neue Erkenntnisse zu Alzheimer: Diese Nährstoffe können die Krankheit eindämmen

Alzheimer ist eine zermürbende und unumkehrbare Krankheit. Doch regelmäßige neue Forschungsergebnisse machen Hoffnung. Möglicherweise kann das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verzögert werden, wenn in einem frühen Stadium bestimmte nutritive Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Langkettige Omega-3-Fettsäuren verbessern kognitive Fähigkeiten

Alzheimer-Patienten haben im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung niedrigere DHA- und EPA-Spiegel im Blut. Dies verleitet zu der Annahme, dass die langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei der Krankheitsentwicklung eine Rolle spielen. Könnte eine Verbesserung der Blutwerte einen positiven Einfluss auf die Krankheit haben? Tatsächlich belegt eine doppelblinde, randomisierte Interventionsstudie, dass eine Nahrungsergänzung mit DHA und EPA einen positiven Effekt auf die Omega-3-Blutwerte (Omega-3-Index) und die Gehirnfunktion bei gesunden älteren Erwachsenen hat: Weiterlesen