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Welche Masken schützen wirklich vor COVID-19? – Evidenzlage der Atemschutzmasken

Wie gut wirken OP-Masken? Wer braucht FFP2/KN95/N95-Masken? Und warum Alltagsmasken nur eine Notlösung waren…

Im Frühjahr gab es nicht genug standardisierte Masken und selbstgemachte Alltagsmasken waren eine sinnvolle Notlösung. Doch sie wurden zur Dauerlösung – trotz nur mäßiger Wirksamkeit und fehlender wissenschaftlicher Grundlage. Dabei gibt es inzwischen ausreichend wirksame Masken für alle. Doch welche Masken helfen am besten? Für wen und in welchen Situationen ist welche Maske empfehlenswert? Die evidenzbasierten Fakten zum Thema Masken liefern wichtige Informationen, die Leben retten können.

Die Wirksamkeit der verschiedenen Masken-Typen ist auch ein wichtiges Thema im neuen Buch von Dr. med. L.M. Jacob: „Der Corona-Selbsthilfe-Ratgeber – Der vernünftige Mittelweg zwischen Verharmlosung und Panikmache“.

Aerosole als gefährlichster Infektionstreiber

Inzwischen ist gut belegt, dass die Ansteckung mit SARS-CoV-2 über Virus-Aerosole eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt wie die Tröpfcheninfektion. Aerosole sind kleinste virushaltige Schwebe­teilchen, die beim Atmen, Sprechen, Husten und Niesen abgegeben werden. Virus-Aerosole können weit über drei Stunden in der Luft schweben und sich überall hin verbreiten. Die Ansteckung über Aerosole ist daher auch über größere Distanzen und längere Zeitspannen möglich, insbesondere in Innenräumen ohne ausreichende Belüftung und Luftfilterung. Wird das Virus über Aerosole direkt in die Lunge eingeatmet, so begünstigt dies einen schweren Krankheitsverlauf. Das Tragen von Masken kann sowohl die vom Infizierten abgegebene Virusmenge als auch die Viruslast beim Empfänger stark verringern. Somit können Masken vor einer möglichen Infektion sowie vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen.

Wie sinnvoll sind Masken?

Die über 1 Million Corona-Toten, die wir weltweit zu beklagen haben, verdanken wir zu einem hohen Anteil der mangelnden Vorbereitung des Westens. Als im Februar klar war, dass das Virus SARS-CoV-2 auch uns erreichen würde, fiel sofort auf, dass die Menschen in Asien diszipliniert Masken trugen. Diese Schutzmaßnahme funktionierte bestens, wie nicht nur die vergleichsweise extrem niedrigen Infektions- und Todeszahlen in Asien, sondern auch ältere und neue Studien klar beweisen.

Die WHO, das Robert-Koch-Institut, führende deutsche Wissenschaftler sowie viele Medien unterstützten in der entscheidenden Phase der ersten Welle nicht das Tragen der Masken und hielten es für unnötig. Im März ermahnte der führende COVID-19-Wissenschaftler und Direktor des Chinese Center for Disease Control and Prevention George Gao Europa und die USA, dass es ein „großer Fehler“ sei, keine Masken zu tragen.

Nicht nur China, sondern auch die demokratischen Länder Asiens haben nur einen Bruchteil der Todesfälle der westlichen Welt aufzuweisen. Anfang Februar wurde in Taiwan das Militär zur Maskenherstellung eingesetzt. Kein Lockdown, kluges Handeln, Masken und nur sieben Tote bei 23 Millionen Einwohnern. Auch so kann eine Pandemie verlaufen!

Im Auftrag der WHO erschien in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet eine Übersichtsarbeit über die 172 aussagekräftigsten Studien, darunter 44 Vergleichsstudien, auf der Basis von fast 26 000 Teilnehmern mit folgendem Ergebnis (Chu et al., 2020): Wer einen Mund-Nasen-Schutz nutzte, hatte ein 85 % niedrigeres Infektionsrisiko als derjenige, der keine Maske nutzte. Untersucht wurden N95/FFP2-Masken und OP-Masken (oder vergleichbare Masken mit 12-16 Schichten Baumwolle). Dabei schnitten die N95/FFP2-Masken am besten ab. Auch ein Augenschutz reduzierte das Risiko stark. Brillenträger erkranken daher auch deutlich seltener.

Welche Masken schützen wie gut?

Eigentlich besteht schon seit SARS eine gute Evidenz für OP- und KN95-Masken als Schutz vor Coronaviren. Es hat zwar etwas gedauert, aber inzwischen sind auch hierzulande Masken als zentrale Schutzmaßnahme anerkannt; gängig sind allerdings vorwiegend die wenig wirksamen Alltagsmasken.

Im Auftrag der WHO erschien in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet eine Übersichtsarbeit über die 172 aussagekräftigsten Studien, darunter 44 Vergleichsstudien, auf der Basis von fast 26 000 Teilnehmern mit folgendem Ergebnis (Chu et al., 2020): Wer einen Mund-Nasen-Schutz nutzte, hatte ein 85 % niedrigeres Infektionsrisiko als derjenige, der keine Maske nutzte. Untersucht wurden N95/FFP2-Masken und OP-Masken (oder vergleichbare Masken mit 12-16 Schichten Baumwolle). Dabei schnitten die N95/FFP2-Masken am besten ab. Auch ein Augenschutz reduzierte das Risiko stark. Brillenträger erkranken daher auch deutlich seltener.

Der beste Kompromiss zwischen Selbst- und Fremdschutz UND ausreichend Atemluft sind für die Allgemeinbevölkerung dicht anliegende OP-Masken.

OP-Masken sind sinnvoll für Personen ohne Risikofaktoren und bei mittlerem Ansteckungsrisiko, also im Alltag. Eigentlich sind sie dafür gedacht, nicht den Träger selbst, sondern andere zu schützen. Sie bieten dennoch einen guten Schutz für den Träger selbst. O’Kelly et al. (2020) zeigten in einer Studie, dass gute OP-Masken ganz ähnliche Filtereigenschaften wie KN95-Masken haben. Nicht das Filtermaterial, sondern vielmehr der bessere Sitz der KN95-Masken ist entscheidend für die bessere Wirkung. Sowohl FFP2-/KN95-Masken als auch OP-Masken sind deutlich besser als selbstgemachte oder gekaufte Alltagsmasken.

Atemschutzmasken der Schutzklassen FFP2 (entspricht KN95 oder N95) bis FFP3 liegen eng am Gesicht an und schützen den Träger am besten – bei richtiger Handhabung.

Diese Masken sollten bei erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln), von Personen mit Risikofaktoren sowie von medizinischem Personal getragen werden. Das Material von FFP2-/KN95-Masken kann zu etwa 95 % virusbeladene Aerosole herausfiltern. Die Masken haben also eine hohe Filterleistung, bieten ihren hohen Schutz aber nur, wenn sie ordnungsgemäß getragen werden, d. h. enganliegend. Sie werden vor allem für medizinisches Personal benötigt, welches Kontakt mit Erkrankten hat. FFP3-Masken bieten den höchsten Schutz, können aber nicht lange getragen werden, weil man damit einfach nicht genug Luft bekommt. Masken mit Filterventil sind angenehmer zu tragen, da man besser atmen kann. Sie schützen allerdings nicht die Umgebung, da der Filter nur die Einatemluft, nicht aber die Ausatemluft reinigt.

Jede Maske, die an der Nasenspitze sitzt, nützt wenig!

Sehr wichtig für die Schutzwirkung und oft vernachlässigt ist der Sitz der Maske. Die Maske muss bereits oben an der Nasenwurzel ansetzen. Sehr häufig hängt die Maske an der Nasenspitze. Bei OP-Masken haben Asiaten einen natürlichen Vorteil: Ihre Nasen sind kleiner und OP-Masken liegen dicht an. Bei größeren Nasenformen klafft häufig ein beachtlicher Spalt zwischen Maske und Haut, den virusbeladende Aerosole in großer Menge passieren. Je näher die Maske an der Nasenspitze sitzt, desto größer der Spalt. In diesem Fall sind FFP2-Masken empfehlenswert, da diese besser anliegen.

Baumwollmasken sind viel weniger wirksam als OP-Masken.

Warum aus einer Notlösung eine stark propagierte Dauerlösung wurde, ist ein kaum nachvollziehbarer Irrweg. Der Slogan „AHA“ (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) erhob die wenig wirksamen Alltagsmasken sogar zum Goldstandard – ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage.

Unter Laborbedingungen können Alltagsmaterialien wie z.B. Baumwollstoffe Bakterien und Viren im Vergleich zu OP-Masken nur etwa 60 % so wirksam abhalten (O’Kelly et al., 2020). Zuverlässige Studien zur Wirkung von Alltagsmasken in der breiten Öffentlichkeit kann es nicht geben, da die Wirkung der verschiedenen Alltagsmasken extrem unterschiedlich ist.

Die Wirkung der Baumwollmasken hängt u. a. von der Stoffart und der Anzahl der Lagen ab. Laut einer Lancet-Studie (Chu et al., 2020) sind Baumwollmasken mit 12-16 Schichten vergleichbar mit OP-Masken – und wohl kaum die verbreiteten zweilagigen Modelle.

Inzwischen sind ausreichend „richtige“ Masken für die gesamte Bevölkerung vorhanden, so dass die Verwendung von Alltagsmasken nicht mehr notwendig ist und die wirksameren OP-Masken verwendet werden können und sollten.

Alltagsmasken an sich müssen nicht schlecht sein. Das Problem liegt vor allem darin, dass es in Deutschland keine Standardisierung und Kontrolle der Alltagsmasken gibt – ein schwerwiegendes Versäumnis. Geprüfte Alltagsmasken wären durchaus sinnvoll. Im Laufe der Pandemie wird es hoffentlich immer mehr geprüfte und brauchbare Textil-Masken geben. Zumindest bis das der Fall ist, sind die geprüften OP- und FFP2-Masken zu bevorzugen.

Die Sorge, dass das Virus so klein ist, dass es durch die Maske gelangen kann, ist unbegründet. Das Gegenteil ist belegt.

Zwar sind die Viren mit einer Größe von 0,06 bis 0,14 µm kleiner als die „Poren“ einer OP- oder FFP2-/KN95-Maske (0,3 µm bzw. 0,1-0,3 µm), jedoch fliegen die Viren nicht einfach so durch die Luft. Sie sitzen in Tröpfchen (1-500 µm) und Aerosolen (ca. 4 µm), die deutlich größer sind und eben nicht durch die Maske hindurchpassen. Diese Partikel werden auch von einer OP-Maske größtenteils abgefangen – sofern die Maske gut anliegt.

Den Nachweis liefert beispielsweise eine randomisierte Studie, die bereits am 3. April 2020 in der renommierten Fachzeitschrift Nature publiziert wurde: Nach dem Zufallsprinzip wurden 246 Probanden, die an Corona-, echten Grippe- oder Rhino-Erkältungsviren erkrankt waren, in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe trug OP-Masken, die andere nicht. Dann untersuchte man die Virusausscheidung: Bei den Corona-Infizierten ohne Maske wurden bei 30 % der Probanden Corona-Viren in den abgegebenen Tröpfchen (Partikel größer als 5 µm) nachgewiesen sowie bei 40 % in den abgegebenen Aerosolen (Partikel kleiner als 5 µm). Im Gegensatz dazu schied kein einziger der Probanden mit OP-Maske noch Corona-Viren in die Umgebungsluft aus. Das bedeutet, dass die OP-Masken alle infektiösen Corona-Viren zurückhalten konnten.

Größenverhältnis von Tröpfchen, Aerosolen, Corona-Virus und Maskenporen. Die kleinen Viren haften an den deutlich größeren Tröpfchen oder Aerosolen und können die Maske so nicht mehr durchdringen.

Kinder – rechtfertigt Schaden-Nutzen-Analyse eine Maskenpflicht?

So sinnvoll Masken in der richtigen Situation (in Innenräumen und bei Menschenansammlungen) sind, so wenig ist eine Maskenpflicht für Kinder in der Grundschule zielführend: Da sie sich kaum an Hygieneregeln halten können, ist ihr Infektionsrisiko ohnehin sehr hoch, der Krankheitsverlauf jedoch fast immer mild. Daher werden sie mit Masken sinnlos traumatisiert. Eltern sollten besser täglich die Körpertemperatur messen (zur gleichen Tageszeit). So kann eine Infektion früh erkannt werden. Typische Fiebertemperaturen bei COVID-19: bei Kindern zwischen 0-5 Jahren: ab 38,5 °C (rektal), bei Kinder ab 6 Jahren: ab 38,1 °C (oral).

Natürlich werden hinter einem Fieber oft andere Viren und Bakterien stecken, doch in jedem Fall sollte ein Kind dann nicht in den Kindergarten oder die Schule. Typisch für COVID-19 ist die plötzliche Reduktion bzw. der Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns, die bei einem Großteil der Erkrankten (ca. 70 %) auftritt. Bei Kindern treten verstärkt auch Erbrechen und Magenschmerzen als frühe Symptome auf.

Viele regen sich mit Recht über unangemessene Maßnahmen wie Maskenzwang für Kinder im Grundschulalter auf, während sinnvolle Maßnahmen eine breite Akzeptanz erfahren würden. Stattdessen sollte der Schutz für Risikogruppen und Ältere deutlich verbessert, wirksame Masken (statt Alltagsmasken) zur Verfügung gestellt und über die Wichtigkeit des richtigen Tragens informiert werden.

Von Masken- und Vitamin-D-Leugnern

Der erste schwerwiegende und für viele Bürger tödliche Irrtum der offiziellen Stellen und der meisten Medien in Deutschland bestand darin, die bereits bestehende Evidenz für Masken lange zu ignorieren und sogar von Masken abzuraten. Sie waren also die ersten Masken-Leugner.

Der zweite fatale Irrtum besteht darin, die überragende Evidenz von Vitamin D im Kampf gegen COVID-19 zu ignorieren oder eine Nahrungsergänzung als gefährlich zu diffamieren, wie das hierzulande seit langem üblich ist. Die Evidenz ist so eindeutig positiv (eine Zusammenfassung dazu in unserer Pressemitteilung vom 07.10.2020), dass zuletzt der britische Gesundheitsminister offiziell seine Meinung revidierte und nun – wie viele andere Länder – eine Vitamin-D-Supplementierung gegen COVID-19 ausdrücklich empfiehlt. Er geht sogar so weit, die kostenlose Ausgabe von Vitamin D an Risikopatienten zu fordern. Es bleibt zu hoffen, dass man hierzulande diesem Beispiel folgt. Besonders in Pflege- und Altenheimen ist die Versorgungslage mit Vitamin D schlecht, die Menschen meist stark unterversorgt und die COVID-Sterblichkeit besonders hoch.

Die politische und mediale Hetze gegen Nahrungsergänzungsmittel (wie immer im Leben sind einige sinnvoll, andere nicht) steht in keinem Verhältnis zum positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis. Zuletzt hat ein Expertenpanel in Zusammenarbeit mit der eher konservativen Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung ein offizielles Empfehlungsblatt veröffentlicht, in dem sie den Bund auffordert, die Kommunikation zu Nahrungsergänzungsmitteln zu verbessern. Ausdrücklich werden Wirkstoffe wie Vitamin D, Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink zur Stärkung des Immunsystems empfohlen. Warum? Die Bürger, insbesondere die besonders gefährdeten Senioren, ernähren sich eben oft nicht ausgewogen und benötigen daher Nahrungsergänzungsmittel für ihr Immunsystem. Die wissenschaftlichen Fakten zeigen die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit auf. Doch sich in der Theorie ausgewogen zu ernähren oder theoretische Vitamin-D-Bildung in der Sonne reichen leider nicht aus, um ein funktionstüchtiges Immunsystem zu haben.

Es ist wünschenswert, dass Medien auch hierzulande seriös, ausgewogen und für den Leser hilfreich berichten, um ihre Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen. Halbwahrheiten sind ebenso gefährlich wie fake news. In der Pandemie ist die gängige politisch gefärbte Beurteilung von Sachthemen schädlich und gefährdet Menschenleben. Die ganze, faktenbasierte Wahrheit ist auch das beste Mittel gegen Verschwörungstheorien.

Zum ausführlichen Artikel

Welche Masken schützen wirklich vor COVID-19? – Evidenzlage der Atemschutzmasken Wie gut wirken OP-Masken? Wer braucht FFP2/KN95/N95-Masken? Und warum Alltagsmasken nur eine Notlösung waren…“ mit Literaturangaben: Hier Klicken

 

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6 Antworten

  1. Sehr geehrter Herr Steinwald,

    sicherlich gibt es zu allen Themen Punkte, die pro und contra sprechen. So gibt es auch Studien, die keine Wirkungen von Masken sehen und solche, die eine Wirkung belegen. Nach unseren Recherchen überwiegen die Belege für Masken. Dabei differenzieren wir auch klar zwischen medizinischen Masken (OP-Masken und KN95-Masken) und Alltagsmasken, die deutlich weniger wirksam sind.

    Am Ende des Artikels finden Sie einen Link zu einer ausführlicheren Version des Artikels. Hier finden Sie zahlreiche zusätzliche Quellenangaben sowie das vollständige Literaturverzeichnis.

    Viele Grüße
    Ihre Redaktion Dr. Jacobs Weg

  2. Als Anwenderin genügt es mir, wenn das Material wissenschftlich erfolgreich getestet wurde und als Medizinprodukt zertifiziert ist.

  3. Diese Maske hört sich sehr vielversprechend an. Untersucht wurde bisher allerdings lediglich das Material. Wissenschaftlich geprüft in der Anwendung ist die Maske leider noch nicht.

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