Vitamin K2 schützt Herzgefäße vor Verkalkung
Hintergrund und Zielsetzung der VitaK-CAC-Studie
Es ist aus früheren Untersuchungen bereits bekannt, dass Vitamin K das Fortschreiten von Gefäßverkalkungen bei Patienten mit Diabetes oder schweren Nierenerkrankungen verringern kann. Die 2026 im renommierten Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlichte VitaK-CAC-Studie untersuchte nun erstmals, ob dieser schützende Effekt auch bei Patienten auftritt, die bereits an einer symptomatischen koronaren Herzkrankheit (KHK) leiden. Das Ziel war es herauszufinden, ob eine zweijährige Nahrungsergänzung mit Vitamin K2 (in Form von Menachinon-7, kurz MK-7) das Fortschreiten der Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen im Vergleich zu einem Placebo abschwächen kann. Als Messgröße diente der Coronary Artery Calcium Score (CAC), ein etablierter Marker für verkalkte Plaques in den Koronararterien und damit für das kardiovaskuläre Risiko.
Studiendesign
An dieser randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studie nahmen Patienten mit bestehender symptomatischer KHK und einem moderaten Verkalkungsgrad der Herzkranzgefäße (Agatston-Score zwischen 50 und 400) teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Interventionsgruppe (85 Personen) erhielt über zwei Jahre hinweg täglich 360 µg Vitamin K2 (MK-7), während die Kontrollgruppe (82 Personen) ein identisches Placebo einnahm. Die Entwicklung der Gefäßverkalkung wurde nach einem und nach zwei Jahren hochpräzise mittels Computertomographie (CT) gemessen.
Zentrale Ergebnisse
Die regelmäßige Einnahme von MK-7 führte zu einem signifikanten Anstieg der Vitamin-K2-Spiegel im Blut und zeigte eine messbare Schutzwirkung auf die Blutgefäße:
- Signifikant langsamere Verkalkung: In der Placebo-Gruppe stieg der mittlere Verkalkungs-Score von anfangs 145 auf 214 nach zwei Jahren deutlich an. In der Vitamin-K2-Gruppe fiel dieser Anstieg mit einer Zunahme von 135 auf 184 um 29 % geringer aus (p = 0,02).
- Schutz neuer Gefäßablagerungen: Die Forscher stellten fest, dass Vitamin K2 insbesondere den Verkalkungsprozess in den noch weichen, unverkalkten Plaques (Gefäßablagerungen) verlangsamte.
- Sehr gute Verträglichkeit: Es wurden im gesamten Studienverlauf keine signifikanten Nebenwirkungen durch die hochdosierte MK-7-Gabe (360 µg/Tag) beobachtet.
Vitamin D3+K2 wirksam bei fortgeschrittener Herzverkalkung
Die randomisierte, doppelblinde Multicenterstudie von Hasific et al. (2023) untersuchte, ob eine Kombination aus Vitamin K2 (MK‑7, 720 µg täglich) und Vitamin D (25 µg täglich) die Zunahme von Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen beeinflussen kann. An der über 24 Monate laufenden Untersuchung nahmen 389 Männer mit einem durchschnittlichen Alter von 71 Jahren teil.
In der gesamten Studienpopulation zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied in der Progression der Koronarkalzifikation zwischen der Supplement- und der Kontrollgruppe: Der CAC-Score nahm unter Vitamin K2 und D um 203 Agatston-Einheiten zu, in der Vergleichsgruppe um 254 Einheiten (p = 0,089). Das Ergebnis deutet zwar auf einen möglichen Unterschied hin, erreicht aber nicht die übliche Schwelle statistischer Signifikanz.
Besonders interessant ist allerdings die vorab definierte Gruppe von Teilnehmern mit bereits ausgeprägter Koronarkalzifikation (CAC ≥ 400). Bei ihnen fiel die Zunahme des CAC-Scores unter Vitamin K2 und D signifikant geringer aus als in der Kontrollgruppe (288 gegenüber 380 Agatston-Einheiten; p = 0,047). Ebenso traf dies auf Statinnutzer zu.
Die Studie liefert damit Hinweise darauf, dass Vitamin K2 in Kombination mit Vitamin D insbesondere bei Männern mit hoher bestehender Koronarkalzifikation die weitere Verkalkung günstig beeinflussen kann.
Vitamin D3+K2 senkt Risiko für Herzinfarkt und Co.
Zudem wurden in der Supplementgruppe deutlich weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Herzinfarkt, koronare Revaskularisation, Gesamtsterblichkeit) beobachtet: 1,9 % gegenüber 6,7 %.
Fazit
Die Studien liefern überzeugende klinische Belege dafür, dass eine tägliche Supplementierung mit hochdosiertem Vitamin K2 (MK-7) über zwei Jahre das Fortschreiten von Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit signifikant verlangsamen kann. Während in der einen Studie Patienten mit mäßiger Koronarverkalkung von der Vitamin-K-Einnahme profitierten, hatten in der anderen Studie vor allem Teilnehmer mit fortgeschrittener Erkrankung einen Nutzen.
Die Daten der Studie von Hasific et al. zeigen, dass die Supplementierung von Vitamin D3+K2 auch das Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse deutlich senken kann.
Auch wenn die genauen Auswirkungen auf die mechanische Stabilität der Plaques noch weiter erforscht werden müssen, unterstreichen die Ergebnisse das große Potenzial von hochdosiertem Vitamin K2 für den Erhalt der kardiovaskulären Gesundheit und den Schutz vor fortschreitender Arteriosklerose. Auf mehr Jahre ausgelegte Studien könnten womöglich weitere positive Auswirkungen einer K2-Supplementierung zu Tage bringen.
Wichtig ist, möglichst frühzeitig mit der Einnahme von Vitamin K2 zu beginnen. Denn ausreichend Vitamin K2 kann zwar neue Gefäßverkalkungen verhindern, die Rückbildung vorhandener Kalzifizierungen ist dadurch aber leider nicht möglich. Doch auch bei fortgeschrittener KHK ist die ergänzende Zufuhr noch sinnvoll, um das weitere Fortschreiten der Arteriosklerose einzudämmen.
Literatur:
- Vossen LM, de Leeuw PW, Schurgers LJ, et al. Two Years of Menaquinone-7 Supplementation and Coronary Artery Calcification: A Randomized Clinical Trial. JAMA Cardiol. 2026;11(8):719-726. doi:10.1001/jamacardio.2026.1279
- Hasific S, Oevrehus KA, Lindholt JS, et al. Effects of Vitamin K2 and D Supplementation on Coronary Artery Disease in Men: A RCT. JACC Adv. 2023;2(9):100643. Published 2023 Nov 24. doi:10.1016/j.jacadv.2023.100643
Ein Kommentar
Ich nehme seit vielen Jahren K2. auf Empfehlung einer ganzheitlichen Ärztin, allerings seit ca. 4 Jahren nur noch alle 2 Tage
D3 nehme ich 5000 Einheiten am Tag.
Bei einem Kardiologen war ich vor 2 Jahren das erste mal.
Verkalkung war wenig vorhanden.
Bin 75 Jahre nehme kein Medikament.
Habe Osteoporose, nach Abbruch von Prolia, da Schilddrüse überfunktion zeigte, 6 Deckplatteneinbrüche in der Wirbelsäule, Größenverlust.
Habe durch Supplimenzierung von NMs und Bewegung einen relativ guten körperlichen Zustand