Wie Mikrogefäß-Verkalkungen im Gehirn Demenz vorantreiben können
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Vitamin K2 eine wichtige Funktion beim Erhalt der Gehirngesundheit und der kognitiven Leistungsfähigkeit hat. Während Vitamin K lange Zeit hauptsächlich wegen seiner Bedeutung für die Blutgerinnung bekannt war, haben Forschungen der letzten Jahre gezeigt, dass Vitamin K2 vielfältige biologische Wirkungen besitzt, die für ein gesundes Altern von Bedeutung sind.
Zahlreiche Beobachtungs- und Interventionsstudien belegen mittlerweile die zentrale Bedeutung von Vitamin K2 bei der Reduktion von Gefäßverkalkungen.
Dieser Wirkmechanismus könnte die zentrale Verbindung zwischen der Gesundheit der Blutgefäße und den kognitiven Funktionen herstellen. Vitamin K2 kann so helfen, geistigen Leistungseinbußen im Alter vorzubeugen (Roumeliotis et al., 2025).
Die Demenz hieß früher im Volksmund „Verkalkung“. Da diese Verkalkungen mittels Computertomographie nicht sichtbar waren, wurden sie von Ärzten nicht ernst genommen. Heute weiß man, dass Mikroverkalkungen bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Demenzerkrankungen tatsächlich eine wesentliche Rolle spielen.
So untersuchte eine aktuelle Studie mikrovaskuläre Verkalkungen im Gehirn von obduzierten Verstorbenen. Waren diese im Hippocampus ausgeprägt, stieg das Demenzrisiko um das 9,6-fache, im posterioren cingulären Cortex um das 2,9-fache. Alzheimer-Patienten zeigten deutlich mehr Verkalkungen als gesunde Kontrollen. Die Verkalkungen der kleinen Hirngefäße betreffen damit gezielt jene Regionen, die bei Alzheimer charakteristische Veränderungen oder Durchblutungsstörungen aufweisen. Eine erhöhte Verkalkung der Halsschlagader ging mit vermehrten Mikroverkalkungen im Gehirn einher (Borges et al., 2025). Mit der Aktivierung des calcium-bindenden MGP setzt Vitamin K2 genau hier protektiv an.
Die Übersichtsstudie von Popescu und German (2021) beschreibt verschiedene Mechanismen, wie Vitamin K2 zur Prävention von Alzheimer beitragen und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann.
Fazit:
Ein suboptimaler Vitamin K2-Status führt zu einer unzureichenden Aktivierung Vitamin K-abhängiger Proteine mit zahlreichen Auswirkungen auf die Gehirngesundheit. Das im Blut zirkulierende Kalzium (dessen Spiegel durch isolierte Vitamin-D3-Gabe ggf. sogar erhöht ist) kann sich ungehindert in den elastischen Fasern der Gefäßwände ablagern. Dieser Prozess, der in großen Arterien zur Arteriosklerose führt, findet, wie die Studie zeigt, ebenso in den Mikrogefäßen des Gehirns statt und treibt dort die neurodegenerative Kaskade voran.
Literatur:
- Borges KA, Lombardi I, Sivilli M, et al. Brain microvascular calcification is increased in human donors with dementia compared to elderly controls: a pilot study. Front Aging Neurosci. 2025;17:1557625. Published 2025 Jun 17. doi:10.3389/fnagi.2025.1557625
- Popescu A, German M (2021): Vitamin K2 Holds Promise for Alzheimer’s Prevention and Treatment. Nutrients; 13(7):2206. Published 2021 Jun 27. doi:10.3390/nu13072206
- Roumeliotis S, Kontogiorgos I, de Vries F, et al. (2025): The role of vitamin K2 in cognitive impairment: linking vascular health to brain health. Front Aging Neurosci. 16:1527535. Published 2025 Jan 15. doi:10.3389/fnagi.2024.1527535