Säure-Basen-Stoffwechsel

Fortsetzung: Seite 2/2. [su_permalink id=“772″]Zur ersten Seite.[/su_permalink]


Zahlreiche gesundheitliche Folgen der Azidose

Langfristige Folgen der latenten Azidose sind: Abnahme der Nierenfunktion bis hin zur Nieren­insuffizienz, Nierensteine, Muskelabbau, Knochendemineralisierung, intrazelluläre Ionen­ver­schie­bun­gen und damit verbundene Verminderung des Membranpotentials mit erhöhter Erreg­bar­keit und gesteigerter Zellproliferation, erhöhtes Schmerzempfinden durch erhöhte Erregbarkeit der Schmerz­nerven, Hypertonie, erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko, ein proentzündliches Milieu und ein Elasti­zitäts- und Funktionsverlust des Bindegewebes. Eine chronische metabolische Azidose und eine salzreiche, kaliumarme Ernährung können auch die Intelligenz beeinträchtigen und die Entstehung einer Demenz fördern.

Der Säure-Basen-Haushalt ist untrennbar mit dem Mineralstoff-Haushalt verbunden. Beide interagieren miteinander auf komplexe Weise. Der Natrium-Protonen-Antiporter ist der wichtigste Weg der intrazellulären Entsäuerung. Bei einer geringen Zufuhr basenbildender Kaliumverbindungen kommt es dadurch in der Zelle zu einer Natrium- und Calcium-überladung sowie zu einem Kalium- und Magnesiummangel. Folgen sind Zell­ödeme, Hypertonus, eine Steigerung der Zellteilung sowie ein vermindertes Ruhepotential mit erhöhter Erregbarkeit, das bis hin zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

Kaliumreiche, salzarme Ernährung zur Vorbeugung von Krebs

GemüseZahlreiche Studien zeigen: Eine erniedrigte Aktivität der [su_permalink id=“770″]Natrium-Kalium-Pumpe[/su_permalink] und eine erhöhte Tätigkeit des Natrium-Protonen-Antiporters sind typisch für Krebskranke. Je höher die intrazelluläre Natriumkonzentration und je niedriger die Kaliumkonzentration, desto aggressiver sind die Tumoren. Der deutsche Arzt Max Gerson setzte im letzten Jahrhundert eine salzarme und sehr kaliumreiche Ernährung (Rohkost) als Therapieansatz bei Krebs­erkrankungen ein. Tatsächlich können die Normalisierung der Natrium-Kalium-Konzen­trationen und eine Aktivierung der Natrium-Kalium-Pumpe nachweislich durch körperliche Aktivität, Schilddrüsenhormone, Kaliumüberladung und Polyphenole erfolgen, was im Wesentlichen dem empirischen Ansatz von Gerson entspricht (sehr viel Rohkost, Kalium- und Jod-Supplementierung; cave: Kontraindikationen).

Eine chronische Azidose des Organismus mit Übersäuerung der Tumornische ist nicht nur eine für die Metastasierung günstige Begleiterscheinung, sondern auch ein für die Kanzerogenese wichtiger Kausalfaktor. Sowohl eine verminderte Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe als auch eine Übersäuerung reduzieren die Spannung des Membran-potentials. Dies ist ein entscheidender Schritt in der Krebsentstehung, denn das Membranpotential reguliert Zellwachstum und Differenzierung.

Natriumbikarbonat entsäuert zwar wirkungsvoll, dürfte aber die anabolen Wirkungen der intrazellulären Alka­li­sie­rung noch verstärken. Insbesondere bei Krebserkrankungen ist sein Einsatz damit nicht sinnvoll. Therapeutisch stehen die Aktivierung der Natrium-Kalium-Pumpe sowie Polyphenole und reichlich basenbildende Kalium- und Magnesium-verbindungen, z. B. in Form von gut verträglicher pflanzlicher Rohkost und ggf. Sup­plementen, unter Beachtung eventueller Kontraindikationen im Mittelpunkt.

Azidosestarre der Erythrozyten verursacht Durchblutungsstörungen

Im Alter kann eine leichte chronische Azidose den Bikarbonatpuffer im Blut reduzieren und im Zusammenspiel mit Durchblutungsstörungen Erythrozyten für eine „Azidosestarre“ prädestinieren. Eine lokale Durchblutungsstörung und eine dadurch verursachte lokale Gewebsazidose führen dabei zum Anschwellen und Erstarren der Erythrozyten und somit zum Ende der Mikrozirkulation, was nicht selten der Grund für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ist.

Basenbildende Ernährung für Säure-Basen-Balance

Diese Zusammenhänge zeigen, dass besonders ältere Menschen, Übergewichtige, Diabetiker, Frauen nach der Menopause, Sportler und Dauergestresste auf eine ausreichende Zufuhr von Basen- und Mineralstoffen achten sollten. Gemüse, Kräuter und Obst sind reich an Kalium, Magnesium und Calcium und wirken im Stoffwechsel basenbildend. Unterstützend sind Bewegung und ein gesundes Darmmilieu. Ebenso wichtig ist die Reduktion von tierischem Protein, das durch seinen Reichtum an Methionin und sehr gut resorbierbarem Phosphat deutlich säurebildender ist als pflanzliches Protein.

weiter lesen >>

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ihr Kommentar erscheint nach Freigabe durch die Redaktion.