Qualität von Vitamin K2 in Nahrungsergänzungsmitteln

Vitamin K2 in Lebensmitteln

Vitamin K ist in Lebensmitteln als Vitamin K1 und Vitamin K2 zu finden. Vitamin K1 (Phyllochinon) ist ein wichtiger Bestandteil der Elektronentransportkette in den Chloroplasten und kommt daher vor allem in dunkelgrünem Blattgemüse vor, wie z. B. in Spinat oder in verschiedenen Kohlsorten. Hellere Sorten, wie z. B. Eisbergsalat, enthalten deutlich geringere Mengen Vitamin K1 (Booth, 2012). Wer nicht ausreichend Gemüse isst, nimmt möglicherweise nicht genügend Vitamin K1 auf.

Vitamin K2 (Menachinon) entsteht vor allem durch bakterielle Fermentation. Tierische Lebensmittel, wie z. B. Fleisch, Eigelb, Käse oder Quark, enthalten Vitamin K2 daher in geringen Mengen. Vitamin K2 wird in Europa über die Nahrung kaum aufgenommen.

In größeren Mengen kommt Vitamin K2 Menachinon-7 natürlicherweise vor allem in Natto vor. Natto ist eine vorwiegend in Japan verzehrte traditionelle Spezialität aus mit Bacillus subtilis natto fermentierten Sojabohnen (Booth, 2012). Dieses Gericht hat eine außergewöhnlich hohe Konzentration an Vitamin K2 MK-7. Leider reduzieren der intensive Geruch und der gewöhnungsbedürftige Geschmack von Natto die Attraktivität für die westliche Welt. Um auch der westlichen Welt den Zugang zu Vitamin K2 MK-7 zu ermöglichen, ist der Einsatz in Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll.

Was ist das Besondere an Vitamin K2 MK-7?

Vitamin K2 in Form von Menachinon-7 (MK-7) weist im Vergleich zu Vitamin K1 und anderen Vitamin-K2-Formen (z.B. MK-4) eine außergewöhnlich hohe Bioverfügbarkeit auf und wird vom Körper optimal aufgenommen. Es hat zudem eine deutlich längere Halbwertszeit, so dass sich nach 3 Tagen noch etwa die Hälfte davon im Blut befindet (Schurgers et al., 2007). Vitamin K1 hat dagegen eine sehr kurze Halbwertszeit von nur 1–2 Stunden.

Abb. 1: Halbwertszeit im Blutserum von Vitamin K1 und Vitamin K2 MK-7

Herstellung von Vitamin K2 MK-7

Bei der Herstellung von Vitamin K2 MK-7 gibt es zwei Ansätze:

  1. die Fermentation mit Bacillus subtilis natto oder Bacillus licheniformis
  2. die Gewinnung durch organische Synthese
Fermentation

Bei der Vitamin-K2-Gewinnung durch Fermentation werden neben MK-7 auch andere Vitamin-K2-Formen in variablen Mengen gebildet (MK-4 bis MK-6). Außerdem kommt es auch zur Bildung der biologisch wenig aktiven bis inaktiven cis-Form von MK-7 – je nach Fermentationsprozess in kleineren oder größeren Anteilen.

Die Vitamin-K2-Gewinnung durch Fermentation wird oft als „natürlich“ bezeichnet, was jedoch nicht ganz zutreffend ist. Auch wenn der Fermentationsprozess an sich als natürlich bezeichnet werden kann, so ist die anschließende aufwendige Isolierung des gebildeten Vitamin K2 nur mit Lösungsmitteln (wie Hexan, Ethanol, Isopropanol, Methanol und Aceton) möglich und daher nicht als natürlich zu bewerten.

Organische Synthese

Bei der organischen Synthese wird ausschließlich die biologisch aktive trans-Form von MK-7 gebildet. Es weist somit eine besonders hohe Reinheit von 100 % trans MK-7 auf (all-trans MK-7) und bietet somit eine optimale Wirksamkeit.

Die Ausgangsstoffe der organischen Synthese sind Menadion, eine Vitamin-K-Form, Essigsäure, Geraniol und Farnesol. Geraniol kommt z. B. in den ätherischen Ölen von Geranien, Rosen und Koriander vor. Farnesol ist ebenfalls Bestandteil des ätherischen Öls von Rosen sowie von Anis und Jasmin.

Abb. 2: Gebildete Vitamin K2-Formen nach Herstellung durch Fermentation und organische Synthese

Verunreinigungen in Vitamin-K2-Rohstoffen

Analysen populärer Vitamin-K2-Rohstoffe aus China ergaben Verunreinigungen von 88–90 %. Demnach sind nur 10–12 % der deklarierten Menge an trans-MK-7 enthalten. Die chemischen Verunreinigungen entstehen durch günstige, jedoch minderwertige Herstellungsprozesse. Das Endprodukt kann zwar billiger verkauft werden, doch umgerechnet auf den Gehalt an trans-MK-7 ist der tatsächliche Preis deutlich höher als bei hochwertigen Rohstoffen. Der Kunde wird in Bezug auf den Gehalt an Vitamin K2 getäuscht. Darüber hinaus er wird dem Risiko unbekannter Chemikalien ausgesetzt.

Dieser hohe Grad an Verunreinigung betrifft die Rohstoffe zwei großer chinesischer Hersteller, welche auch in Europa vielfach verkauft werden. Diese Rohstoffe können auch in Produkten „Made in Germany“ enthalten sein, denn die Aussage bedeutet oft nur: abgefüllt in Deutschland. Wichtiger sind die Herkunft und Qualität des verwendeten Wirkstoffs.

Vitamin K2 geringer Qualität enthält neben der biologisch aktiven trans-Form auch einen hohen Anteil an der biologisch inaktiven cis-Form. Bei Produkten, die nur Vitamin K2 MK-7 ausloben, ist der Anteil der zwei Formen ungewiss. Die ausgelobte Menge an Vitamin K2 MK-7 ist zwar enthalten, die erwünschte Wirkung bleibt möglicherweise jedoch aus. Immer wieder werden hochwertige Rohstoffe auch mit minderwertigen Rohstoffen gemischt, um den hochwertigen Rohstoff ausloben zu können.


 Zusammenfassung: Qualitätsmerkmale von Vitamin K2 in Nahrungsergänzungsmitteln
  1. Vitamin-K2-Rohstoff aus Europa
  2. Herstellung in Europa
  3. Herstellung durch organische Synthese für hohe Reinheit an MK-7
  4. Hoher Anteil an der biologisch aktiven trans-Form („all-trans MK-7“)
  5. Keine Verunreinigungen mit anderen MK-Formen oder Fremdstoffen

 

Literatur:

Booth SL (2012): Vitamin K: food composition and dietary intakes. Food Nutr Res; 56.

Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; 109(8): 3279-3283.

Eine Antwort

  1. Der vorliegende Beitrag zu K 2 verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Wahrheit (Fakten) zu kennen und dieses Wissen durch entsprechende Aufklärung mit anderen zu teilen. Er zeigt auch, dass das Thema Nahrungsergänzung komplizierter ist, als es oft dargestellt wird. Viele Anbieter von NEM stellen oft Behauptungen auf, die nicht haltbar sind. Wir brauchen die hier realisierte Kommunikation mit kompetenten Partnern. Der Beitrag ist auch ein Zeichen der lobenswerten ethisch-moralischen Position der Autoren. Interessant ist für mich auch, dass Fermentation eben nicht einfach gleichgesetzt werden kann mit Spitzenqualität und hoher Bioverfügbarkeit. Es ist wichtig, dass auch die Konsumenten lernen und viel mehr nachfragen.
    Herzlichen Dank für diese Infos, die meine Aufmerksamkeit bewirkt haben; ich habe dazugelernt.

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