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Gut belegt, aber fast unbekannt: Die zentrale Rolle der Mastzellaktivierung (MCAS) bei COVID-19, Long Covid und Impfreaktionen

Bei schweren COVID‑19‑Verläufen kann man eine Überreaktion des Immun­systems feststellen, die mit einer unkontrollierten Überproduktion an Entzündungs­mediatoren im ganzen Körper einhergeht, einem soge­nannten Zytokinsturm. Dabei spielen Mast­zellen eine zentrale Rolle. Mastzellen zählen zu den weißen Blutkörperchen und sind für die unspezifische Immunabwehr von besonderer Bedeutung.

Mastzellen werden als Reaktion auf einen Kontakt mit Krankheits­erregern wie Viren, Bakterien oder Parasiten sowie Allergenen aktiv. Sie kommen über den ganzen Körper verteilt im Bindegewebe vor, am häufigsten in der Submukosa von Darm und Atemwegen. Die multifunktionalen Immunzellen helfen eine Infektion zu bekämpfen, indem sie zahlreiche verschiedene Stoffe wie Entzündungs­mediatoren, Zytokine und Histamin freisetzen und die Immun­abwehr koordinieren. Genau diese Stoffe spielen bei COVID‑19, der COVID-Lungenentzündung und bei Long Covid eine zentrale Rolle. Die Aktivierung der Mastzellen ist dafür maßgeblich verantwortlich.

Hyperaktive Mastzellen schädigen Lunge, Herz und andere Organe

Das Virus SARS‑CoV‑2 aktiviert die Mastzellen nicht selten in einem Ausmaß, das zu einer übermäßigen antiviralen Immunreak­tionen führt und die Entwicklung eines Zytokin­sturms verursacht. Bei dem Zytokinsturm kommt es zu einer Kaskade von immer stärkeren Immunreaktionen, die das Immunsystem erschöpfen, was schließlich zu Organversagen und tödlicher Atemnot führen kann. Es konnte bereits nachge­wiesen werden, dass die Mastzellen bei Patienten mit COVID‑19 vermehrt aktiviert sind – in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung. Bei der Autopsie von Patienten, die an COVID‑19 verstorben waren, wurde eine Anhäufung von Mastzellen in der Lunge festgestellt.

Symptome des Mastzell-Aktivierungssyndroms (MCAS) ähneln COVID-19-Erkrankung

Beim Mastzell-Aktivierungssyndrom (MCAS) sind die Mastzellen „hyperaktiv“ und schütten zu viel Histamin und andere Botenstoffe aus. MCAS ist eine chronische Multisystemerkrankung mit entzündlichen und allergischen Komponenten. Die Mastzellen werden von IgE und Zytokinen aktiviert, aber auch von Umweltfaktoren (z.B. Hitze, Kälte), Allergenen, Lebensmitteln, Infektionen, bestimmten Medikamenten, Drogen und körperlichem oder psychischem Stress.

Die Symptome sind unspezifisch und betreffen vor allem die Haut, den Magen-Darm-Trakt, das Herz-Kreislauf-System, die Atemwege und neurologische Systeme, u.a. niedriger Blutdruck, schneller Puls (Tachykardie), Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Hautrötung, Juckreiz, Nesselsucht, Angioödeme, verstopfte Nase und Kopfschmerzen. Die Symptome lassen auch an eine Histaminintoleranz (HIT) denken. Tatsächlich ist eine HIT in den meisten Fällen eigentlich ein Mastzell-Aktivierungssyndrom mit vermehrter Bildung von Histamin durch die Mastzellen.

Viele der Symptome bei MCAS gleichen denen bei einer akuten COVID-19-Infektion bzw. Long Covid, ebenso die schwere Entzündungsreaktion, die durch eine Mastzellaktivierung ausgelöst werden kann.

Tabelle 1: Beteiligung von Organen und Systemen beim Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS). Die kursiv hervorgehobenen Zustände treten auch bei einer akuten COVID 19 Infektion und/oder Long Covid-Syndrom auf (Afrin et al., 2020a).

Diagnose und Behandlung von MCAS

Aufgrund der vielfältigen Symptome ist die Diagnose von MCAS äußert schwierig. Häufig durchlaufen betroffene Patienten einen jahre- bis jahrzehntelangen Ärztemarathon, um irgendwann – hoffentlich – die richtige Diagnose zu erhalten. Doch vielen Ärzten ist das Krankheitsbild gar nicht bekannt. Erst 2016 wurden Mastzellaktivierungsstörungen ein ICD-10-Code zugeordnet.

MCAS ist in Deutschland bei 17 % der Bevölkerung verbreitet. Aufgrund der schwierigen und teils restriktiven Diagnose ist MCAS stark unterdiagnostiziert. Die Verbreitung und Bedeutung von MCAS in der Bevölkerung ist daher auch den meisten Ärzten nicht bekannt.

MCAS kann deutlich verbessert und die Symptome gelindert werden. Das Beseitigen der Trigger – von Viren, Bakterien, Stress, bestimmten Nahrungsmitteln bis hin zu Hitze oder Kältereizen – ist der erste und wichtigste Schritt. Zusätzlich geschieht dies vor allem durch eine Stabilisierung der Mastzellen (Mastzellstabilisatoren) und der Hemmung der Histaminwirkung (Antihistaminika). Hierfür stehen verschiedene Medikamente, Pflanzenstoffe, Vitamine und andere Mikronährstoffe bereit, die erhebliche Besserung verschaffen und die Lebensqualität deutlich verbessern können.

Dies Prävalenzzahl des MCAS von 17 % stimmt sehr eng mit den Schätzungen zur Prävalenz eines schweren Krankheits­verlaufes bei COVID-19 überein. Dem hyperinflam­ma­torischen Zytokinsturm bei schweren COVID-Fällen könnte in vielen Fällen eine dysfunktionale Reaktion der Mastzellen im Rahmen eines MCAS zugrunde liegen – und nicht die normale Reaktion der Mastzellen. MCAS ist somit ein prognos­tischer Faktor, der einen schweren COVID‑19‑Krankheitsverlauf sowie Long Covid wahrscheinlicher macht.

Merke: Personen, die eine erhöhte Mastzellaktivierung (Allergien, Unverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen) oder Histamin-Intoleranz haben, müssen mit einem schwereren COVID-19-Krank­heitsverlauf rechnen.

Behandlung der Mastzellreaktion bei (Long) COVID und der Impfung

Schwere COVID‑19‑Krankheitsverläufe, Long Covid und Impfreak­tio­nen beruhen vor allem auf einer Überreaktion der Mastzellen. Medika­mente gegen die Funktion der Mastzellen oder deren Mediatoren haben sich bei COVID‑19 bereits als hilfreich erwiesen und könnten für die Behandlung von gro­ßem Nutzen sein. Antiallergische Medikamente (Ketotifen), Antibiotika (Clarithro­mycin) und besonders Kortikosteroide (Hydrocortison, Dexametha­son) haben sich in Studien als hochwirk­same Mastzell­stabilisatoren erwiesen. Dexametha­son hat sich als das zurzeit wohl wirkungsvollste Medikamente bei COVID-19 etabliert, hat aber leider auch die stärksten Nebenwirkungen.

Auch die Impfreak­tionen beruhen ebenso wie Long COVID oft auf einem Mastzellaktivierungs­syndrom. Wer mit starken Nebenwirkungen auf eine Impfung reagiert, hätte im Falle einer Erkrankung mit COVID-19 vermutlich einen sehr schweren Krankheitsverlauf erlitten. Mit den richtigen Maßnahmen können die Mastzellen in Schach gehalten und die Impfnebenwirkungen sowie Long COVID-Symptome deutlich reduziert werden. Die im nächsten Abschnitt aufgezählten Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe können erhebliche Besserung verschaffen, insbesondere bei schweren COVID-19-Verläufen kommen weitere Medikamente hinzu.

(Natürliche) Mittel zur Stabilisierung von Mastzellen bei (Long) COVID und der Impfung

Mastzellstabilisierend und somit anti-histamin:

  • Vitamine D3 und K2
  • Quercetin(-Phospholipid) (Studie s.u.)
  • Vitamin C

Antientzündlich:

  • Boswellia
  • Curcumin
  • Dexamethason (nur auf ärztliche Anweisung und in einem späteren Stadium bei schweren COVID-19-Fällen)

Antihistaminika:

  • Desloratadin, Famotidin, Cetirizin, Cinnarizin (Insbesondere vor der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff sind Desloratadin/Cetirizin, Famotidin und Cinnarizin sinnvoll, weil sie die Impfreaktion abmildern.)

Durchblutungsförderung und Ausgleich COVID-bedingter Mineralstoffdefizite und Übersäuerung:

  • 2 l Wasser mit Citrat-Mineral­stoffen über den Tag verteilt (ca. 1500 mg Kalium, 375 mg Magnesium und 500 mg Calcium als Citrat oder Laktat) => auch empfehlenswert vor und nach einer Impfung und bei Long Covid.

 

Im ausführlichen Artikel inkl. Literaturangaben finden Sie detailliert alles zur Behandlung der Mastzellreaktionen bei (Long) COVID und der Impfung sowie zu Medikamenten für die Behandlung der MCAS.

Ausführlicher Artikel

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